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Grußwort

Liebe Gemeindeglieder,
liebe Freunde und Förderer unserer Gemeinde,
liebe Schwestern und Brüder im HERRN,

pfarrer torben w telder 2016

sollte es wirklich schon wieder so weit sein, dass sich ein Jahr dem Ende neigt? Nach einem außergewöhnlich heißen Sommer will die Kühle des Winters immer noch nicht so richtig anbrechen, aber der Kalender zeigt bereits Ende November, wenn dieses Gemeindeblatt Sie erreicht haben wird. 

Es war mal wieder ein volles Jahr 2018 und ein Jahr der Umbrüche. Wir haben uns daran erinnert, dass vor hundert Jahren der Erste Weltkrieg im Westen beendet wurde – ein Friede, der aber gar nicht lange anhielt. Wir wurden schmerzlich an die Reichsprogromnacht erinnert, die vor achtzig Jahren mit brennenden Synagogen einen Flächenbrand des Hasses und Terror über Europa und weite Teile der Welt entzündete. Als habe die Menschheit aus ihrer Geschichte keine Lehren gezogen. 

Eigentlich hätte die Jahreslosung viel besser zu dem sich neigenden Jahr 2018 gepasst, als zum neuen Jahr 2019. Dort heißt es in Psalm 34,15: „Suche Frieden und jage ihm nach!“.  Was hat wohl die Auswahlkommission zu dieser Auswahl bewegt? War es die Hoffnung, dass wir in einer friedlosen Zeit und Welt eine solche (politische) Aufforderung sehr gut gebrauchen könnten? Die Jahreslosung ist ja nur der zweite Teil des Psalmverses. Er beginnt nämlich mit: „Lass ab vom Bösen und tue Gutes!“ Damit spricht dieser Vers nicht „irgendwo“ zu „irgendwem“, sondern zu uns allen. Und wäre dies nicht ein gutes Vorhaben für 2019: böses Tun und negative Gedanke zu vermeiden und mit einem positiven Blick an die Herausforderungen des Lebens heranzugehen?

So sind wir also wieder einmal auf dem Weg nach Weihnachten. In diesem Jahr wird unser Advent sehr musikalisch gestaltet sein und ich hoffe, dass für jeden etwas dabei sein wird. In diesem Jahr wird es keinen Spätgottesdienst an Heilig Abend geben, da in den vergangenen Jahren immer weniger Menschen kamen. Wir sind eben eine „Fahr“-Gemeinde und werden auch weiter nach Wegen und Angeboten suchen müssen, für Sie alle und hoffentlich auch neue Menschen ansprechend und attraktiv zu sein und bleiben. Ich denke, dass die folgenden Angebote aus Kirche und Kathinka-Platzhoff-Stiftung schon breit gefächert sind – überzeugen Sie sich selbst. 

Nun wünsche ich Ihnen eine besinnliche Adventszeit, gesegnete Weihnachten und einen guten Start in das Jahr 2019. Lassen Sie sich von der Jahreslosung geleiten: „Suche Frieden und jage ihm nach!“. Gott habe Acht auf Ihre Lieben und Ihre Wege.

Herzlich grüßt Sie aus der Gärtnerstraße Ihr

Torben W. Telder, vdm - Pfarrer

Liebe Gemeindeglieder,
liebe Freunde und Förderer unserer Gemeinde,
liebe Schwestern und Brüder im HERRN,

pfarrer torben w telder 2016

wir haben lange warten müssen, bis die Sonne sich in diesem Jahr nachhaltig durchsetzen konnte. Aber nun hat die Natur ihre Pforten geöffnet. Nicht wenige Menschen sagen, dass sie gerade jetzt in der Natur Gott besonders nahe sind. Aber kann ich Gott wirklich in der Natur finden? Geht das so einfach? Und stelle ich diese Frage als Pfarrer nicht auch deshalb, weil es mir lieber wäre, die Menschen würden Gott in der Kirche suchen (und finden)? 

Nicht wenige Menschen behaupten,  ihnen  reiche  am  Sonntagmorgen  ein  Spaziergang im Wald. Sie brauchten keinen Gottesdienst. Und nicht wenige gestalten dann auch so ihr Leben: sie bauen und pflanzen, sie freuen sich und genießen die Natur und vergessen irgendwie dazwischen dann doch den Gott, der in Christus Mensch wurde.  Dazu fällt mir eine Geschichte von Leo Tolstoi ein: 

Eines Tages gestattet ein reicher Grundbesitzer dem Bauern Pachom, soviel Land zu erhalten, wie er von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zu umlaufen vermag, allerdings  mit der Maßgabe, dass er am Abend den Ausgangspunkt wieder erreicht haben muss. 

Überglücklich und gelassen geht er mit ruhigen Schritten los. Doch dann wird die Verlockung nach Mehr immer heftiger, seine Schritte immer schneller und die Runde immer größer, um so viel Land wie möglich einzunehmen. 

Er hastet immer schneller, keucht und schwitzt bis er mit allerletzter Anstrengung zum Sonnenuntergang die Ausgangsstelle erreicht. Erschöpft bricht er schließlich zusammen und stirbt. Das winzige Stück Land, das er jetzt noch braucht, muss nur sein Grab umfassen. 

Soweit die Geschichte. Sie klingt traurig und ist es auch. Aber ich entdecke in ihr den Hinweis, die Einladung, nicht nur um sich selbst zu kreisen und an sich selbst und seinen Vorteil oder Besitz zu denken, sondern eben auch an Gott. 

Gerade der Sommer lädt ein, viel in der Natur zu sein, die Gottes gute Schöpfung ist, und dennoch auch einmal zum Gottesdienst zu gehen. Und vielleicht finden Sie ja auch noch Zeit für die vielen Angebote in der Gemeinde und der Kathinka-Platzhoff-Stiftung. 

Ich wünsche Ihnen gute Erfahrungen in der Begegnung mit Gott, gerade dort, wo Sie sind und unterwegs sind.

Es grüßt Sie herzlich aus der Gärtnerstraße

Torben W. Telder, vdm - Pfarrer

Liebe Gemeindeglieder,
liebe Freunde und Förderer unserer Gemeinde,
liebe Schwestern und Brüder im HERRN,

pfarrer torben w telder 2016eben noch Weihnachten und nun schon auf dem Weg nach Ostern. Das neue Jahr eilt dahin und die kirchlichen Feiertage geben sich die Klinke in die Hand. Noch hallt die Botschaft von Weihnachten, vom neugeborenen Christus, in unseren Köpfen nach, doch schon werden wir mit der Botschaft des Kreuzes konfrontiert – wie im richtigen Leben eben auch. Da gibt es oftmals kein Halten, kein Zur-Ruhe-Kommen. Da fühlen sich die einen im Hamsterrad des Lebens und anderen graut es vor dem neuen Tag, weil er in seiner Eintönigkeit so ohne Perspektive scheint. Vielleicht ist es ein frommer Wunsch, aber gerade in solchen Momenten darf man sich an Ostern erinnern. Ostern ist das Fest, an dem wir uns nicht nur an die Auferstehung Christi erinnern, sondern eben auch an das Fest, bei dem mitten im Scheitern, im Untergehen, in der Trostlosigkeit, inmitten all dieser menschlichen Finsternis Gott auf ein Neues zum Leben einlädt. Früher begann deshalb die liturgische Feier der Osternacht mit einem herzhaften Lachen (hoffentlich haben Sie zumindest ein klein wenig über unser aktuelles Titelblatt geschmunzelt …). 

Ich lade Sie nicht nur zu unseren Veranstaltungen und den Angeboten der Kathinka-Platzhoff-Stiftung ein,  sondern eben auch zu einem österlichen Leben: ohne Angst vor dem Sterben und Scheitern das Leben jeden Tag auf ein Neues als ein Geschenk wahrzunehmen.

Ihnen allen eine gesegnete Passions- und Osterzeit wünscht