Liebe Schwestern und Brüder im HERRN,
liebe Gäste im Tempel unseres Glaubens,
liebe Konsistoriale im Apostelamt unserer Kirche,

in diesem Jahr schreitet das Kirchenjahr mit besonders schnellen Schritten voran. Erhielten Sie das vergangene Gemeindeblatt während des Advents mitten in den Vorbereitungen zu Weihnachten, so hält uns Ostern bereits auf Trab. Die Zeit eilt dahin, und manches Mal raubt sie einem auch den Atem.
Da kommt das Bibelwort des Titelbildes aus dem ersten Brief an die Christen in Thessaloniki gerade recht: Der Apostel erinnert uns daran, dass wir wohl das Wichtigste im Leben trotz Hektik und Hetze niemals vergessen dürfen: die Liebe. Liebe beginnt mit dem „Ja“ Gottes zu jedem einzelnen Menschen. Dies vergessen nicht nur Kriegstreiber oft, sondern schon in einem kleinen Streit kann dies in Vergessenheit geraden. Zur Zeit des Briefes erlebten die Thessalonicher Verfolgung und Not. Gerade in solchen Schwierigkeiten sollten sie sich wieder an die Liebe erinnern, als eine stabilisierende Kraft, die den Zusammenhalt stärkt.
Diese Liebe hat zwei Richtungen, denn der Apostel unterscheidet nicht zwischen „Insidern“ und „Outsidern“. Die Liebe soll sowohl untereinander, innerhalb der Gemeinschaft, als auch zu jedermann, also gegenüber allen Menschen, gelebt werden. Hier kommt der Apostel meinem Gemeindeverständnis und meinem Bild von Kirche sehr nahe: Wir sind Kirche nicht nur für uns selbst, sondern sollten immer unsere Türen offenhalten für den Fremden, den Suchenden und den Heimatlosen. Deshalb laden Sie bitte immer wieder Menschen zu unseren Gottesdiensten und Veranstaltungen ein.
Besonders in der „Heiligen Woche“ von Palmsonntag bis Ostersonntag bieten wir Ihnen ein reiches, liturgisches Gottesdienstangebot. Dankbar bin ich, dass wir wahrscheinlich wieder ein Anspiel der Kinder am Palmsonntag haben werden. Im Gemeindesaal werden wir uns an Gründonnerstag versammeln, um Tischgemeinschaft zu haben. Der Karfreitag erinnert an die Todesstunde und die Grabesruhe, bevor wir an Ostern beim Anbruch des Sonntags die Auferstehung feiern werden. So ist dies eine Hoffnungswoche, die für manches Leben steht: Eben noch war alles gut, dann bricht alles zusammen und man fühlt sich wie tot. Aber dies ist nicht das Ende, sondern mitten in der Nacht beginnt bereits die Zukunft eines verwandelten Lebens, mit neuen Chancen und Möglichkeiten.
Noch einmal zum Apostel, da ich an einem Wort hängen bleibe. Paulus schreibt vom „Wachsen“. In diesem Heft sehen Sie die Gemeindestatistik des vergangenen Jahres. Wir werden weniger, hauptsächlich wegen der Verstorbenen. Wenn aber im Tod Leben steckt und uns Wachstum verheißen ist, so lassen Sie uns gemeinsam nicht müde werden, für eine einladende und offene Kirche gemeinsam zu werben.
Ihnen und Ihren Lieben wünsche ich schon jetzt eine gesegnete Osterzeit und ich freue mich, wenn wir uns dann und wann bei uns treffen.
Herzlich grüßt
Ihr Pfarrer Torben W. Telder