Liebe Gemeindeglieder,
liebe Freunde und Förderer unserer Kirche,
liebe Geschwister im HERRN,
schon steht Weihnachten vor der Tür – wieder einmal schneller als gedacht. Geschmückt werden Straßen und Häuser und überall entdeckt man sie: Engel. Manchmal sind sie kitschig und manchmal sind sie schlicht gehalten, so wie auf unserem Titelbild.
Engel verweisen auf eine unsichtbare Welt – auf Gottes Welt. Dort haben sie ihren Ursprung und die Bibel erwähnt sie mehr als dreihundertmal. Als Jakob in der Bibel von einer Himmelsleiter träumt, sieht er sie auf- und niedersteigen. Und dies ist auch eine ihrer Aufgaben: unsere Gebete zum Himmel zu tragen und Gottes Wirken auf die Erde zu tragen.
Manche Menschen glauben ja, wenn sie sterben, werden sie zu Engeln. Das mag ein tröstlicher Gedanke sein, aber er ist nicht wahr: Menschen werden nicht zu Engeln, wenn sie sterben. Sie sind eigene Wesen, geschaffen, um Gott zu dienen oder seine Botschaft zu verkündigen. Und da sind wir ganz nah an der Weihnachtsgeschichte. Engel erscheinen Maria bei der Empfängnis und sie erscheinen auch den Hirten auf dem Feld. Und in beiden Fällen beginnen sie ihre Botschaft mit dem gleichen Satz: „Fürchtet euch nicht!“ Das erinnert mich an den wohl beliebtesten Taufvers aus den Psalmen, wenn es im 91. Psalm heißt: „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,”
Wir wären wahrscheinlich erstaunt, wenn wir entdeckten, wie oft uns Engel davon abgehalten haben, etwas zu tun, was wir bereuen würden. TelderWenn Engel uns aus brenzlichen Situationen herausgeholt oder vor Schaden beschützt haben. Und dann kann es tatsächlich passieren, dass Menschen uns zu Engel werden können. Dass uns ein lieber Mensch auf die Schulter klopft und sagt: „Das wird schon wieder!“ Oder , dass uns ein fremder Mensch mit den Worten ermutigt: „Hab keine Angst!“. Ich finde es eine schöne Bezeichnung, dass es in Hanau die StrassenEngel gibt, die sich für Obdachlose und von Altersarmut betroffene Menschen einsetzen. Menschen, die wir allzu oft vergessen, werden nicht übersehen.
Nutzen Sie doch einmal die vor Ihnen liegenden Feiertage und den Jahreswechsel um zu überlegen, wo und wie Sie anderen Menschen zu einem Engel werden können. Und dann starten Sie auch selbst hoffnungsvoll und zuversichtlich in das neue Jahr mit der Jahreslosung für 2026: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5) Nichts ist entschieden, nichts ist vertan, nichts ist hoffnungslos – mit Gott und mit seinen Engeln und mit vielen Menschen an Ihrer Seite.
Schon heute ein gesegnetes Christfest und einen ebensolchen Jahreswechsel.
Herzlich grüßt
Ihr Pfarrer Torben W. Telder